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Haus-Rohbau beheizen – Heizgeräte für den Hausbau

Wie wird Ihr neues zu Hause in der kalten Jahreszeit warm? Den Rohbau zu heizen ist im Winter eine echte Herausforderung. Wir lösen in diesem Ratgeber einige wichtige Fragen und zeigen Ihnen, was Sie auf keinen Fall falsch machen dürfen.

Warum überhaupt heizen?

Als Erstes stellt sich die Frage, warum überhaupt geheizt werden muss. Denn schließlich machen die Energiekosten das Heizen nicht günstig. Aber Vorsicht: nicht zu heizen führt zu erheblichen Problemen bei der Trocknung der Bausubstanz. Denn warme Luft trägt einen erheblichen Teil zur Austrocknung der feuchten Bausubstanz bei. Sie ist in der Lage, mehr Feuchtigkeit aufzunehmen als kältere Luft. Gleichzeitig führt eine wärmere Oberflächentemperatur der Bausubstanz zu einer stärkeren Verdunstung und trägt damit erheblich zur Trocknung bei.

Möglichkeiten der Beheizung des Rohbaus

Es gibt vollkommen unterschiedliche Möglichkeiten der Beheizung des Rohbaus mit jeweils eigenen Vor- und Nachteilen. Einige sind für einen Rohbau ohne Fenster und Türen ungeeignet, andere unterscheiden sich stark in den Betriebskosten. Zunächst zählen 3 Faktoren: Effektivität, Betriebskosten, Mietpreis.

Elektro-Heizgerät

Elektro-Heizgeräte, auch Heizlüfter oder Elektro-Heizer genannt, sind der Klassiker unter den mobilen Heizungen. Durch stark gestiegenen Strompreise in den letzten Jahrzehnten sind auch die Betriebskosten um einiges gestiegen. Zum Betrieb werden eine Schuko-Steckdose (bis 3,6 kW Leistung) oder eine CEE-Steckdose (ab 3,7 kW Leistung). Aber Vorsicht: CEE ist nicht gleich CEE! Je nach Leistung müssen Sie verschiedene Gerätestecker beachten (16A: bis 11 kW, 32A: bis 22 kW, 63A bis 44 kW).

Vorteile: Elektro-Heizer liefern eine saubere Warmluft ohne Abgase oder Verschmutzungen. Sie können dadurch bedenkenlos in geschlossenen Innenräumen zum Einsatz kommen. Auch der Mietpreis ist relativ günstig und liegt für 9 kW-Gerät bei etwa 35 Euro pro Woche.

Nachteile: Wie bereits festgestellt, sind die Betriebskosten sehr hoch. Ein 9 kW-Heizgerät verbraucht etwa 210 kWh Energie pro Tag. Das sind etwa 65 Euro Stromkosten pro TAG!

Fazit: Aufgrund der einfachen Bedienung und der sauberen Luft als Bauheizer geeignet, jedoch etwas teuer im Betrieb.


Gas-Heizgerät

Eine günstigere Alternative zum Stromfresser sind Gas-Heizgeräte. Sie verbrennen Gas in einer Brennkammer und blasen das verbrannte Luft-Gas-Gemisch nach vorn aus. Zum Betrieb wird eine Gas-Flasche (5, 11 oder 33 kg) und eine Schuko-Steckdose benötigt. Denn es ist ein kleiner Lüfter notwendig, der die erwärmte Luft ausbläst. Gas-Heizer sind in der Regel direkt befeuert, stoßen also ihre Abgase mit der warmen Luft aus. Auch die Handhabung von Gas-Heizern ist nicht so einfach wie die von Elektro-Heizern.

Vorteile: Zu den entscheidenden Vorteilen zählen die geringen Betriebskosten. Ein 30 kW Heizgerät verbracht etwa 40-50 kg Gas pro Tag unter Volllast. Das entspricht etwa 50-70 Euro pro Tag, liefert aber 3-mal mehr Leistung als ein Elektro-Gerät.

Nachteile: Mit der Verbrennung des Gases, meist Propans oder Butan, entstehen Abgase. Diese Abgase enthalten Kohlenstoffdioxide, Kohlenstoffmonoxide und andere giftige Stoffe. Daher dürfen diese Geräte nur in gut durchlüfteten Räumen oder Zelten zum Einsatz kommen. Es droht sonst Vergiftungs- und Erstickungsgefahr! Gleichzeit entsteht beim Verbrennen auch Wasserdampf, ca. 1,6 kg Wasser pro 1 kg Brennstoff. Dies behindert die Trocknung und sollte vermieden werden.

Fazit: Aufgrund des Wasserdampfes und der Abgase ist es zur Beheizung eines Rohbaus nicht geeignet.


Öl-Heizkanone

Öl-Heizkanonen werden wahlweise mit Heizöl (günstiger) oder Diesel betrieben. Hier muss grundsätzlich zwischen direkt und indirekt befeuerten Geräten unterschieden werden. Ähnlich wie bei Gas-Heizern werden bei direkt befeuerten Geräten die Abgase mit der erwärmten Luft ausgestoßen. Bei indirekten Geräten hingegen findet die Verbrennung in einer geschlossenen Kammer statt. Abgase werden so nicht mit der ausgeblasenen erwärmten Luft vermischt und können über einen Schornstein abgeleitet werden. Deswegen gehen wir an dieser Stelle nur auf indirekt befeuerte Geräte ein. Gleichzeitig wird ebenfalls eine Schuko-Steckdose benötigt.

Vorteile: Durch die Trennung der Abgase von der beheizen Luft können Sie Öl-Heizer auch in geschlossenen Räumen einsetzen. Ein 30 kW-Heizgerät verbrennt unter Volllast rund 67 Liter Heizöl pro Tag. Damit liegen die Betriebskosten bei etwa 40 Euro pro Tag. Dies ist die günstigste Variante unter den hier aufgezeigten Möglichkeiten. Jedoch liegt der Mietpreis mit etwa 120 Euro pro Woche etwas höher, ist aber in Kombination mit den Betriebskosten dennoch viel günstiger.

Nachteile: Nachteilig ist nur die etwas umständliche Montage des Schornsteins und die Verlegung des Rauchabzugs nach außerhalb.

Fazit: Aufgrund des Wasserdampfes und der Abgase ist es zur Beheizung eines Rohbaus nicht geeignet.


Elektro-Infrarot-Heizer

Infrarot-Heizgeräte erwärmen anders als die bisher vorgestellten Geräte nicht direkt die Luft. Sie setzen auf Infrarot-Strahlung, welche die Oberfläche erwärmt, auf die sie gerichtet ist. Dadurch lässt sich die Bausubstanz erwärmen, auch wenn z.B. keine Fenster oder Türen im Rohbau vorhanden sind. Natürlich ist die Beheizung in diesem Fall nicht sehr effizient. In manchen Fällen ist dennoch ein solches Vorgehen notwendig, beispielsweise wenn ein punktueller Wasserschaden vorhanden ist.

Fazit: Infrarot-Heizer kommen nur in seltenen Fällen zum Einsatz und sind für Sonderfälle gedacht.

Hier finden Sie das passende Gerät: Elektro-Infrarot-Strahler mit 2 kW Leistung


Fazit

Das einfachste Mittel zum Beiheizen eines Rohbaus sind Elektro-Heizlüfter. Diese sind einfach zu betreiben, aber recht teuer im Betrieb. Eine viel günstigere Lösung sind indirekt befeuerte Öl-Heiz-Geräte. Sie liefern saubere Wärme zu günstigen Preisen. In unserem Miet-Park finden Sie eine Auswahl an verschiedenen Heizgeräten. Wir haben immer die passende Technik.

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Alles zum Thema Baufeuchte: https://de.wikipedia.org/wiki/Baufeuchte

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